Clever heizen

4328244761_bc1963ecf5_bDie goldenen Blätter fallen und mit ihnen die Temperaturen. Sinnvolles Heizen ist nun das Gebot der Stunde. Hier gibt’s sechs Tipps, wie sich Energie und Kosten am besten sparen lassen.

1. Am Anfang jeder Heizperiode sollte die Wartung der entsprechenden Anlage stehen. Lässt man diese jährlich durchführen, spart das bis zu zehn Prozent der Kosten. Stellt sich heraus, dass auch die Heizungspumpe nicht mehr up to date ist, sollte man sie gegen eine so genannte intelligente Pumpe austauschen. Diese stellt sich auf den individuellen Bedarf ein und kann eine Ersparnis von bis zu 100 Euro im Jahr ermöglichen. Außerdem sinnvoll: Von einer Öl- oder Gasheizung auf eine Pelletsheizung umzusteigen. Trotz anfänglich hoher Investitionskosten rentiert sich ein Umbau bei Preisen von 5,03 Cent pro kWh schnell.

2. Bei Heizkörpern kann man sich den Wechsel seiner alten Thermostatköpfe gegen die elektronische Variante überlegen. Diese erkennen offene Fenster und schließen automatisch die Wärmezufuhr, was rund zehn Prozent an Kosten einspart. „Mieter können ihre Thermostate übrigens beim Wohnungswechsel behalten und mitnehmen“, meint Claudia Pichler von BAR. Außerdem empfiehlt sie, offene Fenster und Türen nun zu vermeiden – es sei denn, es dient der Stoßlüftung. „Viermal täglich für circa fünf Minuten ‚auf Durchzug zu schalten’ reicht hierbei aus.“ Das gilt vor allem auch nach dem Duschen, Baden und in der Küche nach ausführlichem Kochen.

3. Apropos Fenster. Schlecht abgedichtete Fenster kosten. Wie es um ihren Durchzug steht, lässt sich einfach überprüfen. Auch hier hat Immobilienexpertin Pichler einen Tipp: Man klemmt ein Blatt Papier zwischen Fenster und Rahmen. Fällt das Herausziehen leicht, ist Handlungsbedarf gegeben. Auch mit einer brennenden Kerze findet man undichte Stellen, vor allem wenn es draußen windig ist. Behoben werden können diese mit Dichtungsbändern oder Dichtungsprofilen, die am Fensterrahmen angebracht werden.

4. Die Wärme im Haus – vor allem nachts – halten Rollläden und Vorhänge. Letztere sollten allerdings nicht über die Heizkörper hängen, da sie die Wärme schlucken. Stellt sich die Frage: Welche Temperatur ist denn die kostensparendste? Grundsätzlich gilt, dass das Absenken der Raumwärme um ein Grad Celsius eine Ersparnis von rund sechs Prozent bringt. Zu bedenken ist auch, dass man nicht jedes Zimmer auf gleicher Temperatur halten muss. Während man in Aufenthaltsräumen wie dem Wohnzimmer oder auch dem Bad ruhig dem persönlichen Wärmeempfinden nachgeben kann, sollte man während des Schlafens nicht mehr als 20 Grad haben.

5. Da die Sonne früher untergeht, greift man auch schneller und früher zum Lichtschalter. Zehn Prozent der Stromkosten sind Glühbirnen und Ähnlichem zuzurechnen. Hier ist Nostalgie fehl am Platz, Energiesparlampen müssen her. Übrigens: Keine Sorge, die Lampen geben mittlerweile auch schon von Anfang an Licht in warmen Tönen und in voller Stärke ab.

6. Während all das im Einflussbereich jedes Einzelnen liegt, ist die Bausubstanz oft vorgegeben. Will man nun sein Quartier wechseln, gibt es ein Kriterium, um die (Energie-)Wirtschaftlichkeit der künftigen Bleibe zu überprüfen: mit dem Energieausweis. Hier unterscheidet man zwischen Bedarfs- oder Verbrauchsausweis. „Letzterer zeigt den Energieverbrauch aller Bewohner, also einen Mittelwert. Ersterer weist aus, wie hoch der Bedarf des Gebäudes sein soll“, erklärt Pichler. Interessant sind außerdem die Energieeffizienz-Klassen. Die Klasse A+ liegt nahe am Passivhaus, in der Klasse H sind Häuser ausgewiesen, die seit Jahrzehnten nicht saniert wurden. Aber Achtung: Die Energieeffizienzklassen bieten nur unzureichend Information über die Energiekosten

Via: Pelletspreis-Vergleich, BAR – Immobiliengesellschaft, Raumtemperatur laut Wien Energie, Infos zum Energieausweis; Bild: flickr/Claus Rebler

 

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